Spezialisten in der Gleitlagertechnik

Im Produktportfolio von Findling Wälzlager finden sich Gleitlager verschiedenster Ausführungen und Materialien. Darunter sind auch Faserverbund- und Kunststoff-Gleitlager für spezielle Anwendungen; zudem realisiert das Unternehmen Sonderbauformen. Um bestmögliche Ergebnisse zu gewährleisten, berät Findling seine Kunden bezüglich Konstruktion und Ausführung der maßgefertigten Lösungen.

„Ob Gleit- oder Wälzlager – unsere wichtigste Maxime ist nach wie vor eine umfassende Anwendungsberatung, der Kunde soll immer eine technisch und wirtschaftlich optimale Lösung erhalten“, so Klaus Findling, Geschäftsführer der Findling Wälzlager GmbH. Für den Einsatz von Gleitlagern in der Land-und Forstwirtschaft, in Baumaschinen oder Hebe- und Transportvorrichtungen könnten zum Beispiel Faserverbund-Lösungen geeignet sein. Bei diesen Gleitlagern kommt die sehr anspruchsvolle Faserwickeltechnik zum Einsatz: Der Lagerrücken wird mittels Glasfaser verstärkt und mit Epoxidharz imprägniert, so dass eine hochfeste Verbindung entsteht. Dadurch sind die Lösungen auch für hohe statische sowie dynamische Belastungen geeignet – Schläge, Stöße oder Vibrationen stellen kein Problem dar. Faserverbund-Lager sind zudem wartungsfrei, weisen eine sehr gute Korrosionsbeständigkeit auf und sind auch für Anwendungen in salzhaltiger oder säurehaltiger Umgebung einsetzbar.

Viele spezielle Anforderungen lassen sich mit Kunststoff-Gleitlagern umsetzen. Sie verfügen über gute Gleiteigenschaften, sind korrosionsbeständig und wartungsfrei und eignen sich für ein breites Spektrum an Anwendungen. Letzteres ist auf die vielfältigen Variations- und Kombinations-möglichkeiten zurückzuführen, mit denen sich unter anderem eine Beständigkeit gegen UV- und radioaktive Strahlen sowie chemische Substanzen erreichen lässt. Auch eine elektrische Isolation oder außergewöhnliche Reibwerte sind realisierbar. „Bei Kunststofflagern muss sich die Auswahl stark an der jeweiligen Anwendung orientieren“, so Klaus Findling. Die Experten aus Karlsruhe helfen gerne bei der Entscheidungsfindung.

Gerollte Verbundgleitlager bestehen – von außen nach innen – aus einem Trägerwerkstoff, einer Zwischenschicht und einer Gleitfläche. Während die Zwischenschicht aus Sinterbronze ausgeführt ist, besteht bei den Trägerwerkstoffen die Wahl zwischen Bronze, Edelstahl oder verkupfertem bzw. verzinntem Stahl. Noch weiter geht die Flexibilität bei den Gleitflächen: Hier gibt es eine große Bandbreite an möglichen Beschichtungen und Füllstoffen, die sich jeweils auf die Funktion auswirken: Schichten aus PTFE (Polytetrafluorethylen) zum Beispiel besitzen gute mechanische Gleit- und Schmiereigenschaften, leiten Wärme und lassen sich in einem großen Temperaturbereich anwenden. Sie sind optional mit einem Zusatz von Blei, MoS2 und bzw. oder Graphit realisierbar, dadurch erhöhen sich wiederum Haftfähigkeit und Glättung. Auch eine Kombination mit sogenannten PTFE-Compounds ist möglich – typische Füllstoffe sind zum Beispiel Glas- oder Kohlefaser.

Verbundgleitlager

Glasfaser verringert die Kaltflusseigenschaften und verbessert das Reibungs- und Verschleißverhalten sowie die Druckfestigkeit. Die Zugabe von Kohlefasern hingegen resultiert unter anderem in einer erhöhten Härte, einer guten Verschleißfestigkeit in Wasser sowie einer verringerten Druckdeformation. Alternativ lassen sich die Gleitflächen auch noch mit POM (Acetalharz), Fluor-Polymeren oder einem Gemisch aus PEEK (Polyetheretherketon) und Carbon beschichten. Durch diese Verbundschicht, deren Verarbeitung und Schichtdicken erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer haben, können sehr wirtschaftliche Gleitlagerungen konstruiert werden.

Gerollte Verbundgleitlager empfehlen sich immer dann, wenn die Lagertechnik mittleren Belastungen ausgesetzt ist, ein niedriger Reibwert benötigt wird, Wartungsfreiheit gewährleistet sein muss oder ein Maximum an Wirtschaftlichkeit erreicht werden soll. Sie nehmen zudem keine Feuchtigkeit auf und verfügen über ein gutes Gleit- und Verschleißverhalten; allerdings nimmt die Tragfähigkeit bei einer erhöhten Lagertemperatur ab. Diese Modelle sind prädestiniert für Einsatzbereiche mit hohen Gleitgeschwindigkeiten (bis etwa 5 m/s) und kleinen Belastungen (<1 N/mm2) oder aber für kleine Gleitgeschwindigkeiten (Schwenkbewegungen) und hohe Belastungen (p<150 N/mm2).

Gleitlager mit Graphitschmierung

Wer Lagertechnik für hohe Temperaturen und mit guten Notlaufeigenschaften sucht, ist mit Gleitlagern mit einer Graphitschmierung gut beraten. Die robusten Lösungen sind Teil des neuen Gleitlager-Sortiments von Findling Wälzlager, das verschiedenste Ausführungen und Materialien umfasst. Die bewährte Klassifizierung nach ABEG setzt das Karlsruher Unternehmen auch bei den Gleitlagern um. Somit ist für den Anwender eine vollständige Transparenz bezüglich der Leistungsfähigkeit der Produkte gewährleistet.

Bei Graphit handelt es sich um einen Festschmierstoff, der zur Einmalschmierung eingesetzt wird. Eine Kontamination mit Fetten oder flüssigen Schmierstoffen lässt sich somit ausschließen, was zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie von Vorteil ist.

Die Graphiteinsätze werden je nach Einsatzgebiet und der jeweiligen Baureihe in einem besonderen Muster angebracht, um eine maximale Leistung zu gewährleisten. Die so behandelten Gleitlager sind selbstschmierend und wartungsfrei; sie zeichnen sich durch eine sehr gute dynamische und statische Belastbarkeit aus, sind korrosionsbeständig und trotzen je nach verwendeter Graphitmischung auch hohen oder niedrigen Temperaturen. Der umweltfreundliche Festschmierstoff überzeugt durch eine sehr gute Abrieb- und Verschleißfestigkeit, leitet Wärme, ist geräuscharm und schwingungsdämpfend.

Abgesehen von Trockenschmierungen gibt es bei der Schmierung von Gleitlagern zahlreiche weitere Optionen: Bei einer Ölschmierung lässt sich durch die Zugabe von Graphit oder Molybdändisulfid (MoS2) die Haftfähigkeit erhöhen und die Gleitfläche glätten. Bei der Verwendung von Fett ergibt sich durch die intensive Oberflächenhaftung eine sehr geringe Reibung.

Gleitlager sind geräuscharm, stoßunempfindlich und kompakt. Sie werden in nahezu jeder Branche eingesetzt, zum Beispiel im Schwermaschinenbau, der Automobilindustrie oder der Lebensmitteltechnik. Das Lieferportfolio von Findling umfasst die gesamte Bandbreite der Gleitlagertechnik: zerspante oder gerollte Modelle sowie massive Sinterlager in unterschiedlichsten Ausführungen – zum Beispiel aus Eisen oder Bronze oder einer Kombination von Werkstoffen; die Legierungen können auf Basis von Weißmetallen, Kupfer oder Aluminium erfolgen. Die Gleitlager sind als Zylinderbuchsen mit einem Innendurchmesser von drei bis 300 mm und als Bundbuchsen mit einem Innendurchmesser von drei bis 60 mm sowie als Anlaufscheiben und Streifen erhältlich.

Gerollte Bronze- oder Bimetall-Gleitlager

Wer Lagertechnik für sehr raue Umgebungsbedingungen sucht, ist mit gerollten Bronze- oder Bimetall-Gleitlagern gut beraten. Die robusten Lösungen sind Teil des neuen Gleitlager-Sortiments von Findling Wälzlager, das verschiedenste Ausführungen und Materialien umfasst. Die bewährte Klassifizierung nach ABEG setzt das Karlsruher Unternehmen auch bei den Gleitlagern um. Somit ist für den Anwender eine vollständige Transparenz bezüglich der Leistungsfähigkeit der Produkte gewährleistet.

Gerollten Bronzegleitlagern machen hohe Belastungen und lange Standzeiten nichts aus. Sie zeichnen sich durch einen geringen Verschleiß, ein hohes Druckaufnahmevermögen und eine sehr gute Schmierung aus. Der Standardwerkstoff ist Zinn-Phosphorbronze (CuSn8P). Es gibt eine große Auswahl an Legierungen, die anwendungsbezogen gewählt werden sollten, aber auch erheblichen Einfluss auf die Preisstruktur haben. Bei diesen Modellen sind Schmierstoffreservoirs realisierbar; sie ermöglichen einerseits eine Einlagerung von Fremdkörpern und Abrieben und andererseits eine Verlängerung der Nachschmierintervalle. Die Reservoirs können in verschiedenen Formen ausgeführt werden: Bei einer Fettschmierung werden bevorzugt Rauten eingesetzt, Kalotten eignen sich bei flüssigen Schmierstoffen bzw. Ölen. Löcher sind sowohl für Fett als auch Öl verwendbar.

Auch gerollte Bimetall-Gleitlager aus Stahl und (Blei-)Bronze sind für hohe Belastungen konzipiert. Erschütterungen, Stöße oder Pendelbewegungen stellen für sie kein Problem dar. Sie können viel Druck aufnehmen und müssen nur selten nachgeschmiert werden. Schmierstoffreservoirs sind bei diesen Modellen standardmäßig als Rauten ausgeführt, vor allem beim Einsatz von Fetten. Alternativ sind bei den Bimetall-Lagern jedoch auch Nuten möglich; dabei gewährleisten Quernuten einen optimalen Schmierdruck, Schrägnuten werden bei hohen Gleitgeschwindigkeiten eingesetzt.

Wenn die Bewegung nur in eine Richtung erfolgt, wird die Nut diagonal im Lager ausgeführt, bei Pendelbewegungen in radialer Richtung hingegen als Kreuznut. Die Auswahl erfolgt auch abhängig vom jeweiligen Schmiermittel. Nicht zuletzt können Lochmuster umgesetzt werden: Das vergleichsweise größere Depot eignet sich für eine Langzeitschmierung mit Fetten aller Art und verlängert somit sowohl die Laufzeit als auch das Schmierintervall. Allerdings sollte aus Kostengründen vorab genau geprüft werden, welche Art von Schmierstoffreservoirs überhaupt benötigt werden.

Selbst das sehr breite Spektrum an Standardlagern von Findling reicht in manchen Anwendungsfällen aber noch nicht aus. Hierfür müssen spezielle Lager zum Einsatz kommen, die durch ihre besonderen Eigenschaften auf einem Gebiet Standardprodukten überlegen sind. Findling Wälzlager realisiert deshalb auch individuell zugeschnittene Sondergleitlager. Dabei sind der Kreativität grundsätzlich kaum Grenzen gesetzt. „Wir realisieren spezielle Bauformen unter Verwendung von verschiedensten Werkstoffen, Werkstoffpaarungen oder Beschichtungen“, so Klaus Findling. Nach der Entwicklungs- und Konstruktionsphase durchlaufen alle Sonderlager umfangreiche Qualitätsprüfungen, welche vom Konstrukteur selbst oder auch teilweise in Kundenabsprache festgelegt werden. „Durch die langjährige, enge Kooperation mit unabhängigen Instituten und Einrichtungen können wir auch sehr spezielle Prüfungen durchführen“, so Klaus Findling. Zur Dokumentation des Erstmusterprozesses bietet Findling Wälzlager ein breites Spektrum an gängigen Erstmusterprüfberichten an oder erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem Kunden individuell zugeschnittene Dokumente. Des Weiteren besteht zusätzlich die Möglichkeit der Konformitätsprüfung und Freigabe in der IMDS-Datenbank.

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