Stehlager
Stehlager setzen sich zusammen aus dem Lagereinsatz und dem Lagergehäuse aus Grau- oder Stahlguss und bilden somit wartungsfreundliche und einbaufertige Einheiten. Durch die sphärische Bauform des Lagereinsatzes stellen sich diese auf eine Schiefstellung der Welle ein. Besonders eignen sich Stehlager für hohe radiale Belastungen und sind in ihrer Graugussform gegenüber äußerlichen Widerständen sehr robust. Die höchste Belastbarkeit erzielt man durch die horizontale Montage. Bei vertikaler oder hängender Platzierung müssen Sie Abschläge bei der maximalen Belastung berücksichtigen.
Standard-Lieferprogramm Gehäuse
| ABEG-Bezeichnung | Bauform | lieferbar in ABEG® Leistungsklassen | ||
|---|---|---|---|---|
| UCP-2... | UCP-201 bis UCP-220 Wellendurchmesser 12 mm bis 100 mm | |||
| UCP-3... | UCP-305 bis UCP-328 (schwere Ausführung) Wellendurchmesser 25 mm bis 140 mm | |||
| S-UCP-2... SM-UCP-2... | Gehäuselager mit Kappe aus Stahlblech S = beidseitig offene Kappen SM = eine Seite offen, andere geschlossen | |||
| C-UCP-2... CM-UCP-2... | Gehäuselager mit Kappe aus Guss C = beidseitig offene Kappen CM = eine Seite offen, andere geschlossen | |||
| UCPW | kompaktes Stehlager mit Gewindebohrung | |||
| UP-0 | Stehlager mit Gehäuse aus Aluminiumdruckguss Clean Series ab 8 mm Wellendurchmesser | |||
| UCPH-2... | UCPH-201 bis UCPH-211 (hohe Ausführung) | |||
Stehlager aus anderen Werkstoffen
Neben Gehäusen aus Grauguss stehen für Spezialanwendungen weitere optimierte Werkstoffe zur Verfügung
| ABEG-Bezeichnung | Bauform | lieferbar in ABEG® Leistungsklassen | ||
|---|---|---|---|---|
| UCP-2...-SS | UCP-201 bis UCP-212 aus Edelstahl | |||
| UCPW-2...-SS | UCPW-201 bis UCPW-208 aus Edelstahl | |||
UCP-2...-Y1 UCP-2...-Y2 UCP-2...-Y3 UCP-2...-Y7 | P-Stehlager aus Edelstahl Lagereinsatz mit Keramikkugeln wie Y1, aber Lagereinsatz aus Edelstahl wie Y2, jedoch Käfig aus Festschmierstoff Lagereinsatz aus Spezial-Edelstahl, Käfig aus Fluorharz | |||
| UP-0... | Stehlager mit Gehäuse aus Aluminiumdruckguss Clean Series ab 8 mm Wellendurchmesser | |||
| UCVP-2...-SS | P-Stehlagergehäuse aus technischem Kunststoff UC-Lagereinsatz aus Edelstahl | |||
| UCVPW-2...-SS | PW-Stehlagergehäuse aus technischem Kunststoff UC-Lagereinsatz aus Edelstahl | |||
| UBPP-2... | P-Stehlager aus Stahlblech UB (alt. EN, CS) Lagereinsatz | |||
Weitere Informationen
| Nachsetzzeichen | Beschreibung |
|---|---|
| D1 | vorgefettet mit Lithium-Seifenfett, nachschmierbar |
| D2 | wie D1, jedoch mit drei Schmierbohrungen im Außenring des Lagereinsatzes für kompatibilität mit europäischem Design |
| M1 | wie D1, Lagereinsatz jedoch schwarzoxidert für Korrosionsschutz |
| L3 | Lagereinsatz mit dreilippiger Dichtung |
| E | NEU: "semi solid"-Fußkonstruktion für höhere Belastungen trotz Gewichtsreduktion |
| K2 | Hochtemperaturausführung, silikonhaltige Dichtung |
| K3 | nichtschleifende Dichtungen für hohe Drehzahlen (Ventilatoren) |
| S3 | 100% geräuschgeprüft für z.B. Ventilatoren, mit Verdrehsicherung |
| S5 | Kombination aus K3+S3+erhöhte Genauigkeit bei Lagerluft und eingeschränkte Toleranzen |
| Y1 | Standard-Wälzlagerstahl mit Keramikkugeln |
| Y2 | aus Edelstahl mit Keramikkugeln |
| Y3 | aus Edelstahl mit Keramikkugeln und Festschmierstoff |
| Y7 | Lagereinsatz aus Spezial-Edelstahl, Käfig aus Fluorharz |
Typische Montage- und Handhabungsfehler
- Fehlende Fachkenntnisse
- Fehlendes Fachpersonal
- Anzugsmoment der Befestigungsschrauben überschritten → Gussgehäuse kann ausbrechen → keine ordnungsgemäße Montage mehr möglich
Weitere Informationen
| Inhalt | Seite |
|---|---|
| Gehäusefestigkeit nach Belastungsrichtung | S. 48 |
| Montage und Installation | S. 71 |
Weitere Informationen finden Sie in unserem Gehäusekatalog von FYH
Technische Informationen
Lieferprogramm Lagereinsätze nach JIS 
| ABEG-Bezeichnung | Bauform | lieferbar in ABEG® Leistungsklassen | ||
|---|---|---|---|---|
| EN | Spannlager mit Exzenter, einseitig verlängerter Innenring | |||
| EW | Spannlager mit Exzenter, beidseitig verlängerter Innenring | |||
| UB | Lagereinsatz mit Madenschraube, einseitig verlängerter Innenring | |||
| UC | Lagereinsatz mit Madenschraube, beidseitig verlängerter Innenring | |||
| UK | Lagereinsatz mit konischem Innenring (Montage mit Spannhülse) | |||
| NC | Lagereinsatz mit geschlitztem Innenring und Klemmring mit Zylinderkopfschraube | |||
| ZK | Lagereinsatz Z-LOCK Spezialverriegelung, ähnlich UK mit integrierter Spannhülse (patentiert) | |||
| CS-...-2RS | Lagereinsatz Montage auf Wellenpassung | |||
Erfahren Sie hier mehr: Lagereinsätze für Gehäuselager inkl. Umschlüsselungstabellen
Bitte informieren Sie sich über detaillierte Eigenschaften bei dem entsprechenden Lagereinsatz, den Sie verwenden.
Gehäuselager bzw. deren Einsätze sind generell ab Werk initialbefettet. Es ist daher nicht empfehlenswert, die Lager mit einer größeren Menge Fett nach Montage vor Inbetriebnahme nochmals zu befetten.
Tipp: Nach der Montage kann die korrekte Funktionsweise der Nachschmiermöglichkeit über einen Befettungsversuch geprüft werden. Wenn der Schmierstoff zwischen Gehäuse und Lagereinsatz austritt, dann sollte die korrekte Position des Lagereinsatzes im Gehäuse überprüft werden.
Gehäuse bestehen standardmäßig aus Grauguss nach EN-GIL-200/250. Wenn höhere Festigkeitswerte gefordert werden, können Gehäuse nach EN-GJS-400/450/500 geliefert werden.
Edelstahlgehäuse bestehen aus AISI304 oder AISI316 und sind somit hoch beständig auch gegen Salzwasser.
Kunststoffgehäuselager bestehen aus einem technischen Polymer, welches je nach Anfoderung auch antibakterielle Eigenschaften aufweisen kann.
Gehäuse aus Stahlblech werden standardmäßig in verzinkter Ausführung geliefert. Auf Wunsch liefern wir diese auch blank zur individuellen Beschichtung/Lackierung.
Über Werkstoffe der Lagereinätze informieren Sie sich bitte in der entsprechende Produktgruppe.
Gehäuselager mit hervorragender Dichtungstechnik

FloBack und Schleuderscheibe
Lagereinsätze der UC-Baureihe von FYH verfügen standardmäßig über eine gute Dichtwirkung. Die Schleuderscheibe dreht sich mit dem Innenring und schleudert groben Schmutz bei Auftreffen sofort wieder weg. Die hinter der Schleuderscheibe sitzende FloBack-Dichtung schützt das Lagerinnere vor feinem Schmutz.
Die steigenden Ansprüche an einen funktionierenden Schutz vor Verunreinigungen erfüllt unser Premium-Hersteller FYH durch unterschiedliche, im Lager integrierte Dichtungsausführungen, welche durch weiteres Zubehör ergänzt werden können. Stahlblechkappen werden in eine Nut im Gehäuse eingeklipst (Ausführung E = mit Einstich). Das Innere kann mit Fett gefüllt werden, um die Dichtwirkung noch weiter zu verbessern und um Schmutz zu binden. Gegen sehr groben Schmutz können Gusskappen an das zugehörige Gehäuse geschraubt werden (Ausführung F). Damit auch Flanschlager von hinten besser geschützt werden können, hat FYH die Backside-Guards im Programm.
Die Bilder sind dem Hauptkatalog von FYH entnommen.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Stehlager
Ein Stehlager ist ein Lagergehäuse, das eine Welle über ein Wälzlager trägt und axial wie radial unterstützt. Es dient dazu, die Welle stabil zu führen, Bewegungen zu kontrollieren und Kräfte gleichmäßig abzuleiten. Stehlager bestehen aus einem robusten Gehäuse mit integriertem Lagereinsatz.
Sie ermöglichen die Aufnahme von radialen und axialen Kräften und sorgen für präzise Achsführung auch bei sich durchbiegender Welle. Häufig sind sie wartungsfreundlich gestaltet und ermöglichen Schmierung und Austausch der Lager.
Verwendet werden sie überall dort, wo rotierende Wellen stabil geführt werden müssen, beispielsweise in Förderanlagen, Maschinenbau, Pumpen, Antrieben oder Werkzeugmaschinen. Sie vereinfachen den Aufbau, schützen die Lager und verbessern die Betriebssicherheit.
Stehlager werden vor allem in industriellen Maschinen, Fördertechnik, Getrieben und Antrieben eingesetzt, wo Wellen stabil gelagert werden müssen. Sie ermöglichen eine einfache Montage und einen einfachen Austausch der Lager.
Die Vorteile liegen in der hohen Stabilität, der vereinfachten Montage und Wartung, sowie der gleichmäßigen Kraftaufnahme. Durch das Gehäuse werden die Lager zusätzlich geschützt, und die Welle lässt sich präzise ausrichten.
Zudem bieten Stehlager Flexibilität: Sie können mit unterschiedlichen Lagertypen kombiniert werden und sind für verschiedenste Belastungen geeignet. Durch ihre Standardbauformen lassen sie sich leicht austauschen und an bestehende Maschinen anpassen.
Stehlager werden nach Bauform, Lagerart und Ausführung unterschieden. GängigeVarianten sind einreihige Kugellager in einem wartungsarmen Gehäuse oder dannPendelugellager, Pendelrollenlager oder Gleitlager im geteilten Stehlagergehäusen. Eineneue Entwicklung sind wartungsarme Penderlollenlagereinheiten (SRU)
Sie unterscheiden sich in Tragfähigkeit, Aufnahme von axialen Kräften, Steifigkeit und Eignung für Drehzahlen. Einreihige Kugellager sind für moderate Belastungen geeignet,während Pendelrollenlager hohe Lasten aufnehmen und Fluchtungsfehler ausgleichenkönnen.Die Wahl hängt von Anwendung, Lastart, Drehzahl und Genauigkeit ab. Zusätzlich gibt esunterschiedliche Gehäuseformen, z. B. Kompaktgehäuse, offene oder abgedichteteStehlager, die jeweils Montage und Wartung beeinflussen.
Bei der Auswahl von Stehlagern sind Tragfähigkeit, Belastungsart, Wellen- undGehäuseabmessungen, Drehzahl, Einbauraum und Schmierung entscheidend. Das Lagermuss die Betriebsbedingungen dauerhaft sicher aufnehmen. Weitere Kriterien sind die Steifigkeit, die gewünschte Lebensdauer, thermische Bedingungenund Wartungsanforderungen. Auch die Gehäuseform und die Möglichkeit zur Anpassung anFluchtungsfehler spielen eine Rolle.
Eine sorgfältige Auswahl verhindert vorzeitigen Verschleiß, reduziert Ausfallrisiken undgewährleistet Laufruhe. Häufig wird auf standardisierte Stehlager zurückgegriffen, umAustauschbarkeit und einfache Montage zu ermöglichen.
Die Lebensdauer von Stehlagern hängt von Belastung, Drehzahl, Schmierung, Montagegenauigkeit und Umgebung ab. Sie wird in der Regel über die dynamische Tragzahl berechnet, die angibt, wie viele Lastwechsel ein Lager bei gegebener Belastung aufnehmen kann. Dabei spielt die korrekte Einhaltung der Nachschmierfristen (Wartungsintervalle) eine wesentliche Rolle, da Stehlager oft in sehr rauen und verschmutzten Umgebungen eingesetzt werden.
Richtwerte für industrielle Anwendungen liegen häufig im Bereich von mehreren tausend bis hunderttausend Betriebsstunden. Verschleiß, Überlastungen, Schmutz oder Fluchtungsfehler können die Lebensdauer stark reduzieren. Daher sind regelmäßige Wartung, Überwachung und gegebenenfalls Ersatzmaßnahmen wichtig.
Der Unterschied liegt in der Bauform und Montage: Ein Stehlager hat ein auf der Unterseite offenes Gehäuse zur Befestigung auf einer Fläche, während ein Flanschlager seitlich eine Befestigungsfläche mit Löchern besitzt. Flanschlager werden meist für Wellenmontage an Wänden oder senkrechten Flächen verwendet, Stehlager auf horizontalen Auflagen. Funktional übernehmen beide die Lagerung der Welle, aber das Flanschlager bietet eine andere Montageflexibilität. In der Praxis wird die Wahl durch Einbausituation, Lastaufnahme und vorhandene Baufläche bestimmt. Beide Bauarten können unterschiedliche Lagertypen aufnehmen, z. B. Kugel- oder Rollenlager.
Stehlagergehäuse bestehen typischerweise aus Grauguss hergestellt. Optional stehen Sphäroguss, Stahl oder Aluminium zur Verfügung. Die Materialwahl beeinflusst Tragfähigkeit, Gewicht, Schwingungsverhalten und Korrosionsbeständigkeit. Grauguss bietet gute Dämpfung und Stabilität, Sphäroguss höhere Schlagzähigkeit, Aluminium geringes Gewicht, Stahl höchste Festigkeit. Die Lagerwerkstoffe bestimmen die Dauerfestigkeit, Verschleißbeständigkeit und thermische Belastbarkeit. Durch die passende Materialkombination lassen sich Lebensdauer, Präzision und Betriebsverhalten optimal an die Anforderungen der Maschine anpassen.
Stehlager werden sauber, spannungsfrei und mit geeignetem Werkzeug auf die Welle und die Montagefläche gesetzt. Vor der Montage müssen Welle und Gehäuse auf Sauberkeit, Beschädigungen und Passung geprüft werden. Das Gehäuse ist über die Rund- bzw. Langlöcher definierte Schraubengröße mit Unterlegescheibe mit dem für das Gehäuse vorgeschriebene Anzugsmoment festzuziehen. Nach dem Einschieben der Welle ist der Stellring und/oder Madenschraube ebenfalls mit dem vorgegebenen Anzugsmoment zu befestigen. Danach wird Schmierung und Gängigkeit überprüft. Eine korrekte Ausrichtung verhindert Fluchtungsfehler, ungleichmäßige Belastung und vorzeitigen Verschleiß.
Die Vorspannung von Stehlagern muss so gewählt werden, dass die Welle axial stabil geführt wird, ohne die Lagerkraft unnötig zu erhöhen. Ziel ist, Spiel zu vermeiden, aber Reibung und Wärmeentwicklung gering zu halten. Zu geringe Vorspannung führt zu Spiel, Geräuschen und ungleichmäßiger Lastaufnahme. Zu hohe Vorspannung erhöht die Reibung, reduziert die Lebensdauer und kann die Schmierung beeinträchtigen. Die optimale Vorspannung hängt von Lagerart, Belastung, Drehzahl und Temperatur ab. In der Praxis werden Richtwerte für Axialspiel und Vorspannung angegeben, die während der Montage überprüft werden. Präzises Einstellen verlängert die Lebensdauer und sichert Laufruhe.
Das Wellenmodell für ein Stehlager wird anhand der Belastungen, Drehzahlen, Lagertyp und Passung ausgewählt. Die Welle muss Steifigkeit, Tragfähigkeit und präzise Führung sicherstellen. Material, Durchmesser, Härte, Oberflächenqualität und Toleranzen der Welle beeinflussen das Einlaufverhalten, die Lebensdauer und die Tragfähigkeit des Lagers. Für hohe Drehzahlen oder axiale Lasten sind besonders gehärtete, präzise Wellen erforderlich. Bei der Auswahl sollte auch die Einbausituation berücksichtigt werden, um Fluchtungsfehler zu minimieren und eine sichere Montage zu ermöglichen. So lässt sich eine langlebige, störungsfreie Lagerung gewährleisten.




















