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Montageverletzungen an Wälzlagern

Wälzlager sind Präzisionsbauteile, deren Leistungsfähigkeit maßgeblich von einer fachgerechten Montage abhängt. Bereits geringe Abweichungen bei der Handhabung oder beim Einbau können die Oberflächen der Laufbahnen beeinflussen und zu sogenannten Montageverletzungen führen. Diese entstehen, wenn während der Montage Kräfte auf die Wälzkörper oder Lagerringe wirken, die zu einer Beschädigung der Oberfläche führen.

Je nach Lagerbauart und Einbausituation gelten unterschiedliche Montagevorgaben. Bei Kegelrollenlagern kann beispielsweise vorgesehen sein, das Lagerpaket aus Innenring und Wälzkörpern während der Montage mehrfach abwechselnd in beide Richtungen zu drehen, damit sich die Rollen korrekt am Führungsbord anlegen. Bei axial verspannten Lagerungen kann außerdem ein erhöhtes Setzmoment der Wellenmutter erforderlich sein, bevor diese gelöst und mit dem endgültigen Nennmoment angezogen wird. Werden solche Vorgaben nicht eingehalten oder wirken Stoßbelastungen auf das Lager, können Montageverletzungen entstehen.

 

Die Abbildung zeigt die Laufbahn eines Kegelrollenlager-Außenrings unter dem Mikroskop bei 20-facher Vergrößerung. Neben den radial verlaufenden Linien der Feinbearbeitung sind zusätzlich dunkle, axial verlaufende Linien (im Bild vertikal) sichtbar. Diese stellen leichte Montageverletzungen dar. Ihre unregelmäßige Verteilung über den Umfang sowie der fehlende regelmäßige Abstand entsprechend der Wälzkörperteilung zeigen, dass sich die Wälzkörper während der Montage bewegt haben beziehungsweise das Lager gedreht wurde.

 

Die geringe Ausprägung der Spuren weist auf eine nur leichte Oberflächenbeeinflussung hin. Die radialen Bearbeitungsspuren werden optisch nicht durchbrochen, was auf eine geringe Eindringtiefe schließen lässt. Messtechnische Untersuchungen zeigen in diesem Fall eine Tiefe von weniger als 0,5 µm.

 

Deutlich kritischere Montageverletzungen entstehen durch hohe Anzugsmomente, falsche Montagekräfte oder stoßartige Belastungen, beispielsweise durch Hammerschläge. Werden diese Kräfte über die Wälzkörper in die Laufbahn übertragen, können sich die Wälzkörper lokal in die Oberfläche eindrücken und typische Riffel oder Vertiefungen erzeugen. Eine sorgfältige Montage nach den vorgegebenen Verfahren ist daher entscheidend, um die Funktionsfähigkeit und Lebensdauer von Wälzlagern sicherzustellen.

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