Wälzlagerschäden: V-Pitting vs. Materialermüdung

Bei der Analyse von Kugellagerschäden ist es wichtig, die natürliche Materialermüdung von anderen Schadensbildern unterscheiden zu können. Ganz einfach ist das aber nicht – denn das sogenannte V-Pitting zeigt ein ähnliches Schadensbild, hat jedoch einen anderen Ursprung.

Bei natürlicher Materialermüdung führen hochdynamische Belastungssituationen zu Mikrorissen unter der Laufbahnoberfläche von Wälzlagern. Es entsteht ein kleiner Materialausbruch, den man als Grübchenbildung bzw. Pitting bezeichnet.

Anders ist das beim V-Pitting: Hier sind Eindrückungen von gehärteten Partikeln in die Wälzlagerlaufbahn die Ursache. Bei weiterer Überrollung kann dieser Kugellagerschaden der Ursprung einer Materialabschälung sein. Diese breitet sich charakteristisch V-förmig in Rollrichtung von der Eindrückung aus. Dieser Wälzlagerschaden wird als V-Pitting bezeichnet. Die daraus entstehende Materialabschälung ähnelt in Struktur und Form stark der Ermüdungsschälung.

Das größte Unterscheidungsmerkmal ist einerseits die V-förmige Ausbreitung. Andererseits breitet sich eine Materialermüdung aus der Tiefe für gewöhnlich zuerst quer zur Laufbahn aus, bis sie schlussendlich um den Umfang der Laufbahn anwächst.

Wälzlagerschäden sind häufig schwierig zu bestimmen und voneinander abzugrenzen. Bei Findling Wälzlager liegt die Verantwortlichkeit für Schadensanalysen in der Abteilung Anwendungstechnik. Damit ist ein ganzheitlicher Ansatz bei der Ursachenforschung gewährleistet.

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